Es ist wieder soweit: Ein Disney-Klassiker zieht in das Wiener Raimund Theater. Am 25. September feiert »Die Schöne und das Biest« Premiere, heute wurde im Rahmen einer Pressekonferenz die Besetzung präsentiert.
Die Moderation der Veranstaltung musste der erkrankte Intendant Christian Struppeck kurzfristig an die bereits im Februar verlautbarten Hauptdarsteller Marlene Jubelius (»Belle«) und Dominik Hees (»Biest«) übergeben, die charmant und mit Witz und Selbstironie durch die Präsentation führten. Nach einem Intro auf der Videoleinwand wurde zunächst das Leading Team vorgestellt: Die Musik schrieb bekanntlich Oscar- und Tony-Award-Preisträger Alan Menken, aus dessen Feder zahlreiche Disney-Klassiker stammen. Die Liedtexte sind von Howard Ashman und Tim Rice, das Buch von Linda Woolverton. Für die Neuinszenierung in Wien gibt es auch eine neue deutsche Übersetzung, für die sich Roman Hinze verantwortlich zeigt. Regie führt der Amerikaner Matt West, der auch die Choreografie übernimmt. Das Bühnenbild stammt von Stanley A. Meyer, die Kostüme von Ann Hould-Ward.
Schließlich wurde das lang diskutierte Geheimnis gelüftet und auch der Cast präsentiert: Neben den bereits bekannten Protagonisten schlüpft Birgit Arquin (aktuell Cast-Mitglied in »Das Phantom der Oper«) in die Rolle der Babette. Sie freue sich sehr, weiterhin in diesem Haus bleiben zu dürfen, strahlte sie im Gespräch mit Hees und Jubelius. Jana Stelley mimt »Madame de L’Amour«, Oliver Huether den »Maurice«, Belles Vater. Er selbst habe 1995 noch die Uraufführung des Stückes im Raimund Theater gesehen, erinnerte er sich.
Als »Newcomer«, direkt von der Universität, will der Schweizer Linus Al Baroffio als »Lefou« überzeugen. Der strenge Haushofmeister »Herr von Unruh« wird verkörpert von Mathias Schlung, der bereits in Disneys »Der Glöckner von Notre Dame« im Wiener Ronacher auf der Bühne stand und nun in die Bundeshauptstadt zurückkehrt. Gewisse Parallelen zur Rolle könne er erkennen, amüsierte sich Schlung im Gespräch: »Ich bin auch sehr pünktlich, klassisch deutsch eben.« Musicalikone Wietske van Tongeren kehrt in der Rolle der »Madame Pottine« an das Raimund Theater zurück. Sie freue sich auf ein Familienstück, das auch ihre Kinder sehen können, betonte sie. Für ihre Rolle heiße es jetzt trainieren, denn: »Ich muss meinen Arm immer hochhalten und ich habe schon gemerkt, dass ich dafür Training brauche«, lacht die Niederländerin. Simon Stockinger (bekannt aus »Rock me Amadeus«) schlüpft in die Rolle des Kerzenleuchters »Lumière«. Im Normalfall halte er eher Abstand vor einer offenen Flamme, aber diesmal wird das kaum möglich sein – wird doch mit echtem Feuer hantiert, wie der Darsteller berichtete.
Die Rolle des »Gaston« wird mit Roy Goldman (derzeit »Raoul« in »Das Phantom der Oper«) besetzt, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Pressekonferenz teilnehmen konnte, aber eine Grußbotschaft per Video schickte. Man werde ihn, sobald er zurück ist, gut in das Team aufnehmen, versprach Hauptdarsteller Hees.
Nach der Präsentation tauschten Marlene Jubelius und Dominik Hees die Moderationskarte gegen das Handmikrofon und gaben zwei Songs aus dem Stück zum Besten, inklusive dem Titelsong ›Märchen schreibt die Zeit‹, wo beide mit starken Stimmen und einer trotz fehlendem Setting ausdrucksstarken Performance glänzen konnten. Ein beeindruckender Vorgeschmack, der definitiv Lust auf mehr macht.
Die Originalproduktion von »Die Schöne und das Biest« lief über 13 Jahre ununterbrochen und wurde für neun Tony Awards nominiert. Mehr als 38 Millionen Menschen in über 17 Ländern haben das Stück bisher gesehen. Es zählt zu den am längsten gespielten Produktionen in der Geschichte des Broadways. Die Musicaladaption basiert auf dem bekannten Disneyfilm, der für den Oscar als Bester Film nominiert wurde.
Die Geschichte rund um »Belle« und den verwunschenen Prinzen, der nur durch wahre Liebe erlöst werden kann, soll nun in einer Neuinszenierung nach Wien kommen. »Eine starke Geschichte, großartige Musik, beeindruckende Choreografien, modernste Bühnentechnik und eine berührende Botschaft, die Generationen verbindet«, fasst Struppeck das Stück zusammen. Mit der Kombination aus Eigenproduktionen wie »Maria Theresia« und internationalen Hit-Shows wolle man Wien als Musical-Metropole weiterhin nachhaltig stärken.

