Vom ikonischen Löwenkopf über die weise Schamanin Rafiki bis zum tiefenentspannten »Hakuna Matata«-Trio – 750 Drohnen stiegen anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Disneys »Der König der Löwen« über dem Hamburger Hafen auf und bildeten bekannte Motive und Szenenelemente des Musicals am nächtlichen Himmel. Begleitet wurde die beeindruckende Drohnen-Choreografie vom klassischen »König der Löwen«-Sound. Dabei ist die Drohnenshow nur der Auftakt des 11-tägigen Geburtstagsfests vom 1. bis 10. Oktober. Stage Entertainment konnte den international renommierten Lichtkünstler Michael Batz für eine ganz besondere Inszenierung gewinnen: den »Golden Port«. 250 Tour-LEDs, 250 Eiffelturm-Blitzleuchten und 25 bewegte Leuchten tauchen ausgewählte Gebäude und Wahrzeichen rund um das Stage Theater an der Elbe in warmes Licht, das die aufgehende Sonne Afrikas symbolisieren soll.
Seit Batz 2006 mit den »Blue Goals« in Hamburg eine Lichtinstallation zur Fußball-Weltmeisterschaft inszenierte, gehört der »Blue Port« alle zwei Jahre zur Hamburger Lichtkultur: Schiffe, Kais und Pontons, Gebäude und Brücken, Türme und Krananlagen erstrahlen in Blau und erzeugen faszinierende Reflexionen im Wasser – ein überaus beliebtes Schauspiel. Die goldene Variante in diesem Jahr lag für den Künstler »in der Luft«, sagt er. Batz erzählt mit Leidenschaft und Licht Geschichten. »Hafen ist nicht nur Technik, es ist Atmosphäre und Emotion. Und Licht – wie Musik – ist ein Botschafter, der Herzen öffnet.« Auch für Stage Entertainment hat der Hamburger Hafen eine besondere Bedeutung. So bewege der Hafen Waren, das Theater aber bewege Menschen, heißt es am Eröffnungsabend, bevor der goldene Buzzer das Startzeichen für die Drohnenflotte gibt.
Die Hamburger »Der König der Löwen«-Inszenierung hat tatsächlich bereits mehr als 17 Millionen Gäste bewegt. Die besondere Faszination ist zum großen Teil den mehr als 200 handgefertigten Puppets, Masken und Requisiten zu verdanken. Dabei verlangt das Führen ihrer Figuren den Darstellern eine geradezu ballettähnliche Körperbeherrschung ab: Haltung und Mimik müssen perfekt harmonieren. Denn Regisseurin und Designerin Julie Taymor präsentiert dem Publikum sowohl das menschliche Gesicht als auch die Tierfigur. Eine ungewöhnliche Entscheidung, die Taymor als erster Frau in der Theatergeschichte einen Tony Award für die beste Regie eines Musicals eingebracht hat. Einen weiteren Tony Award erhielt sie für ihre originellen Kostümentwürfe.
Zudem bietet Disneys »Der König der Löwen« einen idealen Motiv-Mix, um eine berührende Handlung zu kreieren, die beim Publikum echte Emotionen auslöst. Da ist das klassische »Gut gegen Böse«-Thema, gewürzt mit einer Prise »Hamlet«, ins exotische Setting der afrikanischen Savanne gesetzt. Vor allem aber erzählt das Musical eine Geschichte um Verlust und Schuld, um Freundschaft und Identität und den Mut, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Kommt jetzt noch packende Musik hinzu, ist der Erfolg quasi programmiert. Und dafür sorgt der Dreiklang aus Elton John, Lebo M. und Hans Zimmer. Songs wie »Circle of Life«, »Hakuna Matata« oder »Can You Feel the Love Tonight« haben längst Musikgeschichte geschrieben und stehen für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Elton John mit Texter Tim Rice (die adaptierten Liedtexte für die deutsche Bühnenfassung in Hamburg stammen von Michael Kunze). Der südafrikanische Komponist, Produzent und Musiker Lebo M. sorgt für kraftvolle afrikanische Rhythmen und verleiht dem Musical damit Authentizität. Filmkomponist Hans Zimmer schließlich verbindet die verschiedenen Elemente und verstärkt orchestral Emotionen wie Spannung, Bedrohung, Trauer und Hoffnung.
Eine Kombination, die nun schon seit einem Vierteljahrhundert Musicalfans ins Theater an der Elbe lockt. Gut für das Publikum, gut für Hamburg, aber natürlich auch gut für Stage Entertainment. Auch deshalb möchte das Unternehmen mit der Licht- und Drohnen-Inszenierung der Stadt etwas zurückgeben. Und so prangte am Ende der farbenprächtigen Show: »Danke Hamburg« sowie das Logo der Hansestadt am Himmel.
Der »Golden Port« (ohne Drohnenshow) ist noch bis zum 11. Oktober jeweils von 19 bis 23 Uhr im Hamburger Hafen zu sehen. Die Lichtkunst-Inszenierung ist frei zugänglich und kann am besten von der Jan-Vedder-Promenade erlebt werden.

