Das Rezept ist so einfach wie Weihnachtsplätzchen backen. Man nehme fünf Musicaldarsteller der Extraklasse, das tolle, neunköpfige Musicalpeople-Orchester und viele schöne und bekannte Weihnachts- und Musicallieder und was kommt dann heraus? Ein volles Theater und ein begeistertes Publikum.
Wenn ich schreibe fünf, dann zähle ich bewusst Maximilian Mann dazu, der diesen Abend gekonnt charmant und lustig moderierte. Aber dazu später mehr. Mit Aisata Blackman, aktuell als Killerqueen in »We will rock you« zu sehen, Roberta Valentini, die in Stuttgart noch aus »Wicked« und »Ghost« bekannt sein dürfte, dem Graf Krolock Kevin Tarte und Karim Khawatmi (»Ich war noch niemals in New York«) startete der Abend gleich weihnachtlich mit ›Merry Christmas Everyone‹ und so ging es auch weiter. ›All I want for Christmas‹, ›Santa Baby‹, ›Winter Wonderland‹ und ›Santa Claus is coming to town‹ waren nur einige der Weihnachtslieder, mit denen es fröhlich, aber auch besinnlich losging.
Für eine entsprechende Atmosphäre sorgte die große LED-Wand, auf der mal der Schnee leise rieselte, ein Kaminfeuer brannte oder Nikolausmützen flogen.
Maximilian Mann, der in Stuttgart u.a. als Dschinni in »Aladdin« und Phoebus in »Der Glöckner von Notre Dame« zu sehen war und der heute als Künstlerischer Leiter die »Eiskönigin« betreut, sorgte mit seinen Moderationen für viele Lacher. Vor allem auch seine selbst verfassten Gedichte, die so ziemlich alle Themen des Lebens, besonders aber auch die Deutsche Bahn aufs Korn nahmen, kamen wirklich gut an. Dabei geht es oft nicht ohne Selbstironie (»Sie wollten einen gutaussehenden Moderator – aber der hatte keine Zeit und da haben sie mich gefragt«). Ein bisschen fühlte man sich tatsächlich an Heinz Erhardt und »noch ein Gedicht« erinnert.
Was aber die Wenigsten wissen, Maximilian Mann ist auch Botschafter für das Stuttgarter Kinderhospiz, für das jedes Jahr gesammelt wird. Stellvertretend für das Kinderhospiz war Dominik Donhauser da, der eindrücklich erklärte, wieso man auf die Spenden angewiesen ist.
Besonders traurig war der Moment, in dem an Michael Schüller gedacht wurde, den Gründer der Musicalpeople, der in diesem Jahr viel zu jung bei einem Motorradunfall ums Leben kam.
Mit fast 100 Kindern war der Unterstufenchor des Fanny-Leicht-Gymnasiums vertreten und sorgte für einen tollen Sound zu ›Winter Wonderland‹ (Kevin Tarte) , ›Santa Claus is coming to town‹ (Karim Khawatmi) und nach der Pause zu ›Rudolf‹ (Kevin und Karim) und ›Silent night‹ (Kevin), für das sie extra den Text auf Englisch gelernt hatten.
Aber neben den Weihnachtsliedern durften natürlich auch die Musicals nicht zu kurz kommen. Besondere Highlights waren auf jeden Fall Roberta Valentini mit ›Let it go‹ aus »Eiskönigin«, Kevin Tarte mit der ›Unstillbaren Gier‹ aus »Tanz der Vampire« und ›O holy night‹ und Aisata Blackman mit ›One moment in time‹ und Karim mit ›Home‹. Ein Weihnachtslied, das auch immer viel Spaß macht, ist ›Mele Kalikimaka‹, das Kevin zusammen mit Roberta sang und das ein bisschen hawaiianisches Feeling vermittelte.
Dafür sorgte Maximilian Mann mit einer Tanzeinlage à la Riverdance beim Irischen Weihnachtslied ›Fairytale of New York‹ fast dafür, dass Roberta und Kevin vor lauter Lachen nicht mehr weiter singen konnten.
Mit ›When you believe‹ und ›A million dreams‹ (»The Greatest Showman«) näherte sich dieses fantastische Konzert langsam dem Ende; allerdings heizte Aisata Blackman noch einmal ordentlich die Stimmung mit ›The best‹ an. Mit ›Thank you for the music‹ war es dann aber endgültig vorbei.
Das ganze Publikum war begeistert ‒ und für alle, die nächstes Jahr dabei sein wollen, hier ein Geheimtipp: Am 14. Dezember 2026 gibt es die nächste Ausgabe von »Musicalpeople goes Christmas«. Der Vorverkauf hat schon begonnen. Und es gibt einen Frühbucher-Rabatt!

