Mad about the boys … »Die Märchenprinzen – das Mödling-Musical«

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Es war Donnerstagabend, und die Dinge standen alles andere als schlecht: »Die Märchenprinzen – das Mödling-Musical« feierte am 10. September .2026 eine grandiose Wiederaufnahme und ist für wenige Vorstellungen noch einmal zu sehen. Entstanden zum 150. Geburtstag der Stadt Mödling, vor der Tür der österreichischen Musicalmetropole Wien gelegen, wird das Stück – leicht aufgepeppt – im 151. Jahr noch mal aufgeführt. Und schon bei der Premiere gab es neben auffallend langem Szenenapplaus auch minutenlangen Schlussapplaus und Standing Ovations. Im vergangenen Jahr waren alle Vorstellungen ausverkauft – ebenso wie die beiden zusätzlich eingeschobenen Vorstellungen.

Der Spirit der Show springt am Premierenabend vom ersten Moment an ins Publikum und bleibt auch dort erhalten. Das Motto »Moderne Comedian Harmonists singen Austropop« sorgte schon 2025 für eine musikalische Reise auf hohem Niveau. Geboten werden eine gelungene Mischung aus bekannten Austropop-Klassikern wie ›Märchenprinz‹ (EAV), ›Macho, Macho‹ (Rainhard Fendrich), ›Reif für die Insel‹ (Peter Cornelius) oder ›Romeo und Julia‹ (Carl Peyer). Diese treffen im Laufe der Geschichte auf moderne Songs von Seiler & Speer sowie Pizzera & Jaus und auch auf zwei eigens für das Stück komponierte Songs von Florian Danklmaier, der ebenso für die Intendanz und die Arrangements verantwortlich ist. Gemeinsam mit Harald Buresch (Buch, Regie und Choreografie) hat der Mödlinger Danklmaier das Stück auf die Bühne der Redbox Mödling gebracht. Die Story ist mit einigen Andeutungen und Sidekicks an die Stadt gespickt – aber auch wenn man diese als Nicht-Mödlinger nicht versteht, ist die Story dennoch sehr unterhaltsam. Das Bühnenbild stammt von Petra Fibich-Patzelt und jenes wurde von Manuel Pineider, Fabian Valenta und K. Krebs ins rechte Licht gerückt. Der Autor hat auch die Kostüme für die Darsteller ausgewählt, passend zu seinem Motto für die ganze Produktion: »Mir war es wichtig, dass es kein nostalgisches Geschichtswerk wird, sondern ich wollte eine moderne, lustige Geschichte aus dem Hier und Jetzt erschaffen. Mit modernen Themen, provokanten Witzen und vor allem ganz viel Liebe«, so Harald Buresch. »Dass es im letzten Jahr so erfolgreich war und uns veranlasste, eine Wiederaufnahme zu machen, freut mich natürlich ganz besonders!«

Die beliebtesten Hits werden interpretiert wie bisher nie: Der Sound der legendären Gruppe Comedian Harmonists ist dabei eindeutig zu erkennen, beinahe A-cappella und das Ganze noch in verschiedenen Musikrichtungen interpretiert – etwa rockig, poppig, im Rap-Stil und natürlich mit einer besonders großen Portion Musical. Man möchte meinen, dass Harald Bureschs Herz in Grün schlägt, bei den nicht sparsam dosierten »Wicked«-Momenten.

Begleitet wurden die sechs Künstler von niemand Geringerem als Walter Lochmann am Klavier, der auch für die musikalische Leitung zuständig ist. Mit ihm spielte noch Teresa Müllner am Schlagzeug. Was man auf jeden Fall unterstreichen muss, ist die gute Leistung des Tons: Florian Burscha hat es geschafft, die Stimmen so weit in den Vordergrund zu bringen, dass man oft im ganzen Saal das Gefühl eines reinen -Cappella-Feelings hatte, obwohl die Musik im Hintergrund natürlich vorhanden war.

Die Handlung der »Märchenprinzen« ist leicht erzählt: Marie, frisch nach Mödling gezogen, lebt ein glückliches Leben als Single, ist zufrieden und happy. Verstehen kann das ihre Schwester Luise nicht – sie selbst ist Mutter von vier Kindern und glücklich verheiratet. Warum strebt ihre Schwester das nicht auch an? Daher beschließt sie, dem Ganzen ein wenig nachzuhelfen, und arrangiert eine Art Casting für den Mann in Maries neuem Haus. Luise ist eine Musicaldarstellerin – bezeichnet sich gerne als Star. Und dementsprechend wird das Ganze auch eine große Sache, um den richtigen Prinzen an die Seite ihrer Schwester zu stellen. Dafür findet sie vier Frösche, äh, Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Vom erfolglosen Softie-Musiker über einen korrupten Ex-Politiker bis hin zu einem frechen Dauerstudenten und einem MAN-fluencer, dem »Mödling-Man« die Palette ist breit gefächert. Es entsteht im Laufe des Abends neben Konkurrenzkämpfen unter den Kandidaten auch das eine oder andere Herzrasen. Geschickt verstehen es die Schwestern, spannende Storys aus dem Leben der Burschen zu erfahren. Diese sind erfreulich gesprächig, berichten von ihren Heldentaten, und mit der Zeit öffnen sie die Herzen und packen das Ego ein und erzählen ehrlich und offen aus ihrem Leben, ihren Ängsten und den Lieben.

Der Man-fluencer David Goliath wird von Benedikt Florian Barthgespielt – oder soll man hier besser sagen »verkörpert«?

Als Softie mit wenig Selbstvertrauen sowie ehemaliger Castingshow-Kandidat Paul Pizza ist Lukas Rapp zu erleben.

Der Freizeitstudent Sascha wird von Maximilian Anger gespielt. Sascha ist ein spannender Charakter so ein wenig der Prinz Charming unter den Märchenprinzen.

Der Niederösterreicher Klemens Patek ist als Ex-Politiker Adrian Lang zu sehen. Ein sehr amüsanter Charakter, der vermutlich nur zufällig Ähnlichkeiten mit lebenden Personen hat.

Natürlich dürfen auch die beiden weiblichen Figuren nicht unerwähnt bleiben: Irene Lang spielt die Neu-Mödlingerin Marie Hummel. Maries Schwester Luise wird von Irenes Schwester Iris gespielt. Also kurzum: Die beiden sind auch im wahren Leben Schwestern!
Luise ist eine wahre Musicalliebhaberin und möchte etwas ganz Großes aus dem Abend machen – inwieweit sich ihr Engagement – vielleicht auch für sie selbst – auszahlt, darf man im Publikum selbst entdecken. Es bleibt zu wünschen, dass dieses Stück nun mindestens noch genauso erfolgreich läuft wie im vergangenen Jahr und noch mehrere Auferstehungen feiern darf. Auch außerhalb von Mödling natürlich. Und so wie es aussieht, darf man sich auch auf weitere Produktionen des Duos Danklmaier und Buresch freuen. Seien wir gespannt, was da noch kommt. Oder um es mit Luises Worten auszudrücken: »Tatatadaaaa«.

 

Dies ist eine gekürzte Version des Artikels, der in der kommenden Ausgabe der blickpunkt musical erscheint.