Pressekonferenz zu »Moulin Rouge! Das Musical« in Hamburg

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Weg mit den Zauberstäben, her mit dem Champagner! Wenn am 26. Juli 2026 die letzte Vorstellung von »Harry Potter und das verwunschene Kind« im Theater am Großmarkt über die Bühne geht, stehen Handwerker und Techniker schon in den Startlöchern. Ihr Auftrag: Hogwarts in einen Pariser Nachtclub aus dem Jahr 1899 zu verwandeln. Gute drei Monate bleiben für den aufwendigen Umbau des Theaters in eine opulente Musicalbühne. Am 5. November 2026 heißt es dann endlich: Vorhang auf für die Hamburger Premiere von »Moulin Rouge! Das Musical«. Nach knapp vier erfolgreichen Jahren in Köln wechselt die gefeierte Inszenierung in die Hansestadt – die mit der Reeperbahn und St. Pauli geradezu prädestiniert für die schillernde Welt des Moulin Rouge ist.

Schon die Handlung von »Moulin Rouge! Das Musical« ist großes Kino. Tatsächlich wurde die legendäre Verfilmung mit Nicole Kidman und Ewan McGregor aus dem Jahr 2001 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Im Zentrum steht die tragische Liebesgeschichte von Christian und Satine: Er ein idealistischer, junger Schriftsteller, sie der gefeierte Star des Pariser Varietés Moulin Rouge. Doch der Club steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Der wohlhabende Duke of Monroth bietet an, das Etablissement zu retten – doch sein Preis ist Satine. Sensationelle 75 Songs treiben die Geschichte voran. Das Besondere: Das musikalische Repertoire umfasst stolze 160 Jahre Musikgeschichte – von Jacques Offenbach bis Lady Gaga. Allein die fulminante Eröffnungsnummer dauert 13 Minuten und vereint acht verschiedene Songs.

Vor allem aber ist »Moulin Rouge! Das Musical« ein absolutes Gesamtkunstwerk, wie Theaterleiter Marcel Neitzel begeistert betont: „Schon beim Betreten des Theaters werden die Besucher in die opulente Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts versetzt.“ Und es wird wahrlich prachtvoll: 39 Kronleuchter, jede Menge roter Samt und natürlich der ikonische blaue Elefant bilden den glanzvollen Rahmen. Einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investiert ATG Entertainment in die Hamburger Inszenierung. Die glamourösen Kostüme stammen aus der Feder von Catherine Zuber, die dafür 2021 mit dem renommierten Tony Award für das beste Kostümdesign ausgezeichnet wurde. Um die Entwürfe für die insgesamt 793 Kostüme – darunter 140 verschiedene Korsetts – zu realisieren, steckte ein 180-köpfiges Schneiderteam beachtliche 36.000 Arbeitsstunden in die Vorbereitung. Allein an Satines „Sparkling Diamond“-Kleid funkeln 3.500 Swarovski-Steine. Der glitzernde Schein verbirgt geschickt Magnete und leichtgängige Reißverschlüsse, die blitzschnelle Kostümwechsel in Sekundenschnelle ermöglichen. „Die Arbeit der Dresser im Hintergrund ist bei »Moulin Rouge! Das Musical« absolut elementar“, so Neitzel.

Während die Dresser im Verborgenen wirken, steht sie im hellsten Scheinwerferlicht: Mae Ann Jorolan wechselt für die Hauptrolle der Satine von der Themse an die Elbe. Aktuell steht sie noch als Meg im Musical »Disney’s Hercules« am Londoner West End auf der Bühne. Für die gebürtige Filipina, die in der Schweiz aufgewachsen ist, ist es eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln, da sie ihre Ausbildung an der Stage School Hamburg absolvierte. Dem deutschen Publikum ist sie zudem als Peggy Schuyler/Maria Reynolds aus der Hamburger Cast von »Hamilton« bekannt. Die Rolle der Satine ist für sie die Erfüllung eines großen Traums: „Die Zusage kam per Telefon, als ich gerade in London im Bus saß. Ich musste mich extrem zusammenreißen, um nicht lauthals loszujubeln.“ Was sie an der Figur fasziniert? „Satine ist unglaublich facettenreich. Sie gibt den ‚Sparkling Diamond‘: stark, selbstbewusst und sinnlich. Dazu hat sie eine humorvolle Seite, die immer wieder aufblitzt. Und dann ist da noch die verletzliche Satine, die sich einfach nach echter Liebe sehnt.“

Die große Liebe an Satines Seite wird von Jonas Hein verkörpert. Bereits seit April 2024 begeistert er als Christian in der Kölner Inszenierung (Derniere am 18.07.2026). Hein startete seine Bühnenausbildung bereits mit 16 Jahren an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Inzwischen gehören namhafte Hauptrollen wie Quasimodo in »Der Glöckner von Notre Dame« (Stuttgart) oder der Graf von Krolock in »Tanz der Vampire« (Oberhausen) zu seinem festen Repertoire. Einem breiteren Publikum wurde er zudem durch seine Teilnahme an der zweiten Staffel von »The Voice of Germany« bekannt. Seinen Hamburger Christian möchte er mit „frischem Nordwind“ auf die Bühne bringen: „Mit Mae Ann als Satine erhält meine Rolle ganz automatisch neue Facetten.“

Schließlich steht und fällt die Magie eines solchen Stücks mit der Harmonie der Hauptdarsteller. Wie gut die Chemie zwischen den beiden stimmt, haben sie Mitte Juli bei einem gemeinsamen Tag in Hamburg getestet. „Wir haben den ganzen Tag miteinander verbracht, um uns intensiv kennenzulernen“, erzählt Jorolan. „Nur wenn man sich persönlich vertraut, funktioniert die Emotion auch auf der Bühne.“ Dass der Funke längst übergesprungen ist, zeigt sich im gemeinsamen Lachen: „Wir haben eine Bootstour auf der Elbe gemacht und Mae Ann hat mir die Hamburger Sehenswürdigkeiten so begeistert erklärt, dass ich es kaum abwarten kann, endlich hier loszulegen“, schwärmt Jonas Hein. Wie perfekt das Duo harmoniert, bewiesen sie der versammelten Presse bereits in der Bar Privé des Hotels Tortue, wo sie die ersten Takte der Liebeshymne „Come What May“ mit absolutem Gänsehautfaktor zum Besten gaben.

Die Rolle von Christians skrupellosem Widersacher, dem Duke of Monroth, übernimmt der Italiener Antonio Orler, zu dessen bisherigen Erfolgen Großproduktionen wie »Das Phantom der Oper«, »Casanova il Musical« oder »Charlie und die Schokoladenfabrik« zählen. Der exzentrische Clubbesitzer Harold Zidler wird von Gavin Turnbull gespielt. Der gebürtige Brite gehörte bereits zur Kölner Originalbesetzung und ist auch in Hamburg ein bekanntes Gesicht: Bis 2018 verkörperte er dort den Timon in »Der König der Löwen«. In weiteren Rollen sind Alvin Le-Bass als Toulouse-Lautrec und Taddeo Pellegrini als Santiago zu sehen. Die Hamburger „Lady M’s“ werden von Rossella Monteforte (Nini), Baptiste Vuylsteke (Babydoll), Arianna Bertelli (Arabia) und Jahlisa Norton gespielt.

Insgesamt 42 Künstlerinnen und Künstler werden ab dem Herbst allabendlich auf der Bühne stehen, 28 davon bringen bereits wertvolle Kölner »Moulin Rouge!«-Erfahrung mit. Das Ziel der hochkarätigen Cast: Das Publikum für knapp zweieinhalb Stunden in eine funkelnde Welt zu entführen, die den Alltag komplett vergessen lässt. Dabei verlässt sich das Ensemble nicht nur auf sein immenses künstlerisches Können, sondern vor allem auf die vier großen Ideale der Bohème: Wahrheit, Schönheit, Freiheit und Liebe. Diese Werte tragen das gesamte Stück und sorgen für eine emotionale Achterbahnfahrt – von mitreißenden Party-Nummern über laute Lacher bis hin zu Tränen der Rührung. Jonas Hein rät den Zuschauern deshalb augenzwinkernd, unbedingt Taschentücher einzupacken: „Nicht nur wegen der tragischen Liebesgeschichte, sondern einfach, weil die Show so schön ist. Hier werden ganz sicher auch viele Freudentränen vergossen.“ Die regelmäßigen Standing Ovations aus der Kölner Spielzeit geben ihm recht.

Die Previews für »Moulin Rouge! Das Musical« in Hamburg starten am 28. Oktober 2026, bevor am 5. November 2026 die große, glanzvolle Galapremiere gefeiert wird.

Ein ausführliches Porträt zu Jonas Hein lesen Sie in unserer September-Ausgabe.