Mord in St. Wendel: Premiere von »Jekyll und Hyde« im Saalbau

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Michael Ewig hat sich als Produzent von Musicals mit seiner Firma Stage St. Wendel in den vergangenen Jahren einen guten Namen erworben.

Während die bisherigen Projekte ausschließlich mit Mitwirkenden aus der Region besetzt waren, wurde für die Neuinszenierung von Jekyll und Hyde mit Chris Murray ein namhafter Musicaldarsteller engagiert, der die Rolle schon in mehreren Produktionen gespielt hat. Michael Ewig führte die Regie und spielte zusätzlich stimmlich perfekt und sehr sympathisch Jekylls Freund Utterson.

Als Jekylls Verlobte Lisa Carew überzeugt mit ihrer patenten Art Christina Finkler. Ihre Gegenspielerin Lucy Harris, für die sich besonders Mr. Hyde interessiert, wird von Anjuli Mendis verkörpert. 

Dr. Jekyll, der für seinen Vater, der an einer psychischen Krankheit leidet, ein Medikament entwickeln will, hofft auf die Unterstützung der Krankenhausvorstände, die ihn aber auslachen und so später zu Opfern von Mr. Hyde werden. Lediglich Sir Danvers Carew, gespielt von Gunther Finkler, wird verschont. Sterben dagegen müssen Lady Beaconsfield: Viktoria Cullmann, der Bischof von Basingstoke: Felix Holzhauser, Lord Savage: Thomas Schmitt, General Lord Glossop: Christof Roeder und Simon Stride: Anduin Natale sowie die in dieser Fassung zu einer Dame mutierten Archibaldine Proops.

Insgesamt gesehen ist das Ensemble hoch motiviert und talentiert. Besonders hervor sticht noch Jasmin Westrich als Nellie, Besitzerin der Roten Ratte.

Neben vielen großen Ensembleszenen, in denen der Einfluss von Michael Ewig und seiner Tanzschule spürbar wird und in denen man die Spielfreude der Mitwirkenden deutlich spürt, ist die Leistung des Profidarstellers Chris Murrays trotzdem deutlich hervorstechend.

Sehr stark ist seine Verwandlung vom braven Dr. Jekyll zum tierischen Mr. Hyde. Rollenkonform ist es dabei nicht nur die Mimik, die ihn zu einer völlig anderen Persönlichkeit werden lässt, es sind auch die Körperhaltung und die Farbe der Stimme, die sich von einer Sekunde zur nächsten verändern. Dabei ist seine Stimme mal zärtlich und sanft und dann wieder wie ein Orkan. Besonders bei der ›Konfrontation‹, in der Jekyll mit Hyde kämpft und in der er diesen Kampf nicht nur stimmlich, sondern durchaus auch körperlich führt, wird jedem klar, dass hier ein Vollblut-Darsteller auf der Bühne steht.

Musikalisch unterstützt wird die ganze Produktion von einem 16köpfigen Orchester unter der Leitung von Joshua Fuchs. Dies sorgt natürlich für einen vollen Klang, und so war es am Premierenabend dann auch nicht verwunderlich, dass das Publikum im ausverkauften Saalbau tobte.

Für Kurzentschlossene gibt es morgen noch eine Show, für die noch Restkarten verfügbar sind.

Einen ausführlichen Bericht können Sie in der kommenden Ausgabe der blickpunkt musical lesen, dort auch mit Besprechung der Alternativbesetzungen.